Sonntag, 30. Juli 2017

Still burning [Rezension] Fireman von Joe Hill

Eine neue Seuche, die die Menschen verbrennen lässt, klingt ganz nach meinem Beuteschema.

Infos zum Buch:

AutorIn: Joe Hill
Titel: Fireman
Originaltitel: The Fireman
ÜbersetzerIn: Ronald Gutberlet
Format: Paperback
Genre: Fantasy
Umfang: 960 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 09. Mai 2017
Preis Buch: 17,99 €
Preis ebook: 13,99 €
ISBN-10: 345331834X
ISBN-13: 978-3453318342

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*Verlagsgruppe Randomhouse*




Als die junge Schulkrankenschwester Harper Zeugin davon wird, dass ein Mensch wie aus dem Nichts zu brennen beginnt, ahnt sie noch nicht, welche Folgen dies nach sich zieht. Denn dieses plötzliche in Flammen aufgehen ist eine neue Seuche, Dragonscale genannt, bei der zunächst Male auf der Haut auftauchen und bei der eine plötzliche Selbstentzündung entstehen kann. Niemand weiß, wie sich die Menschen anstecken und es werden immer mehr, die die Male auf der Haut aufweisen und immer mehr brennt nieder. Auch Harper entdeckt plötzlich die Male auf ihrer Haut, fast gleichzeitig mit der Feststellung, dass sie schwanger ist. Ihr Mann Jakob bringt ihr keinerlei Verständnis entgegen. Nach einem Streit wird sie von dem geheimnisvillen Fireman gerettet und dieser bringt sie in ein Camp mit weiteren infizierten Menschen. Allerdings scheinen diese gelernt zu haben, mit Dragonscale umzugehen und damit zu leben.


Ich bin ein großer Fan von Endzeitromanen und der neue Roman von Stephen Kings Sohn Joe Hill klang einfach nur sehr spannend. Da ich auch bisher noch nichts von ihm gelesen habe, aber ein großer Fan seines Vaters bin, war ich äußerst neugierig auf Joe Hills Werk. Ich muss auch gleich sagen, dass er ganz viel von seinem Vater hat, was das Erzählen angeht. Joe Hill schreibt mit einer Leichtigkeit, die den Leser sehr schnell in die Geschichte zieht, dabei absolut flüssig und verständlich, allerdings auch sehr weit ausschweifend und detailverliebt. Dabei verliert er sich zwar nicht in unendlich langen Beschreibungen von Umgebungen, aber er zieht viele Handlungen sehr in die Länge und wenn ich lang sage, dann war es zeitweise richtig lang. Trotzdem war ich durchaus gefesselt von der Atmosphäre, die er hier entstehen lässt und gelangweilt habe ich mich eigentlich auch nicht, es war einfach nur laaaaang. 
Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn Hill gibt dem Leser hier einen guten Allgemeineindruck auf die teilweise doch sehr erschreckenden Ereignisse. Doch dann machen die Ereignisse eine Wendung und die Protagonistin befindet sich in einem Camp, das sich fernab von der Welt und dem Geschehen befindet. Man erfährt kaum noch, was in der Welt und gerade bezüglich der Pandemie geschieht, sondern erhält stattdessen ganz viele Ereignisse im Camp, das wie eine Sekte anmutet, geliefert. Diesen kompletten Bereich schildert er mit einer Intensität, dass man fast schon zu viel miterlebt. Manch ein Dialog wurde einfach zu lang und zu detailreich, so dass hier wieder Längen auftauchten, genau so wie die kompletten Geschehnisse. Wenn man bedenkt, dass dieses Buch ungefähr den Zeitraum einer Schwangerschaft wiedergibt, kann man sich die Ausschweifungen gut vorstellen.
Dafür ist die Entwicklung innerhalb des Camps absolut interessant und sehr glaubhaft geschildert. Es zeigt, wieder einmal, das Menschen, egal in welcher Situation sie sich befinden, doch immer wieder gleich sind. Das Machtgefüge innerhalb des Camps wird immer strenger, manch eine Situation spitzt sich ordentlich zu und der Drill dahinter ist wiederum erschreckend. Das Ganze ist absolut vorstellbar und ich hatte hier zu keiner Zeit Zweifel am Geschehen. Schade ist, dass der Fireman, der dem Buch doch seinen Titel verleiht, hier doch eher im Hintergrund agiert und seine Rolle eher hintenan bleibt. 
Die Seuche, die Dragonscale Seuche, ist wiederum sehr gut beschrieben und so nach und nach bekam das Ganze einen sehr denkwürdigen Hintergrund. Ob es sowas wirklich geben könnte, sei mal dahin gestellt, aber die Fantasie, die der Autor hier hat, ist sehr spannend und die Verbindungen, die er zieht, nehmen Ausmaße an, die ich nicht ganz geahnt habe. 
Die Ereignisse können wir durch einen Erzähler in der dritten Person mitverfolgen, dieser erzählt aus der Sicht der Krankenschwester Harper und gibt alles sehr intensiv wieder.
Harper wurde mir dadurch sehr nahe gebracht und ich mochte sie durch und durch, sie ist ein grundehrlicher, hilfsbereiter Mensch, der selbstlos handelt und die es immer wieder schaffte, mich an die Geschichte zu fesseln. Ich wollte einfach wissen, wie es mit ihr weitergeht und wie sie mit der immer schwieriger werdenden Situation zu Recht kommt und das war alles sehr gut durchdacht. Neben Harper agieren hier noch einige andere Personen, die dank der vielen Ausschweifungen beim Erzählen sehr lebendig wurden. Jeder spielt hier eine wichtige Rolle und jeder wirkt hier mit auf das Geschehen ein, so dass man die Entwicklungen absolut nachvollziehen kann. Wie erwähnt, hätte ich mir eigentlich gedacht, dass hier der Fireman eine wichtige Rolle spielt, doch er bleibt hier absolut hinter Harper.


Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gut gefallen, allerdings hätte ich gerne viel mehr über die Pandemie gelesen und was sich dadurch auf der Welt verändert, stattdessen liegt hier der Fokus eher auf eine kleine Randgruppe, bei der man den Eindruck einer Sekte und deren Entwicklung bekommt. Ich denke, dass an manch einer Stelle ruhig etwas weniger intensiv hätte geschildert werden können, trotzdem fand ich das Buch so gut erzählt, dass ich es in einem Rutsch gelesen habe, das trotz des Umfangs. Eins ist gewiss: Joe Hill steht seinem Vater in nichts nach und kann es genau so gut. Der Apfel fällt halt doch nicht allzu weit vom Stamm entfernt, denn ich musste hier (auch wenn ich es nicht wollte) immer wieder mit dem Vater vergleichen.

Kommentare:

  1. Huhu,

    erstmal ohhh was das ist Stephen Kings Sohn? Das ist wieder gänzlich an mir vorbeigegangen! Scheint ganz aktuell zu sein die Info oder?? Finde ich total spannend. Auch das Buch klingt ganz nach meinem Beuteschema! - ich habe vor 20 jahren sehr viel King gelesen dann wurde er mir irgendwie zu langatmig - hattest Du das Gefühl auch bei seinem Sohn? Werde mir den Roman auf jeden Fall mal genauer anschauen.

    Liebe Grüße
    Hufie

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    1. Hallo Hufie,

      also ich weiß, dass er lange Zeit verschwiegen hat, dass er Stephen Kings Sohn ist, da er einfach Angst davor hatte, im Schatten seines Vaters zu stehen. Ich muss sagen, dass Hill auf jeden Fall sehr flüssig schreibt, zumindest in diesem Buch, ein anderes hab ich noch nicht gelesen. Allerdings hat er das Ausschweifende von seinem Vater, wobei es mir nicht langweilig wurde, bei Stephen King musste ich bei den zuletzt gelesenen Büchern doch häufiger gähnen. Also durchaus sehr detailverliebt, aber dabei auch alles sehr logisch aufgebaut. Mir hat es auf jeden Fall gefallen, auch wenn es durchaus hätte kürzer sein können. ;)

      Liebe Grüße
      Silke

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    2. huhu Silke,

      das liest sich sehr interessant, leider ist genau das Buch noch nicht in Skoobe drin aber ich habs in unserer Onleihe gefunden und vorgemerkt (dauert noch 4 Wochen aber eilt ja nicht) bin sehr gespannt und danke Dir für Deine Eindrücke!

      LIebe Grüße Hufie

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    3. Hallo Hufie,

      dann bin ich mal gespannt, ob es dir gefallen wird. Diese Onleihe muss ich übrigens auch mal ausprobieren, denn unsere Bibliothek vor Ort gibt nichts wirklich Neues mehr her. :)

      Ich wünsche dir viel Spaß beim Fireman!

      Liebe Grüße
      Silke

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  2. Hallo Silke,

    ich mag Stephen King (vorrangig die älteren Bücher) sehr und habe auch bereits ein Buch seines Sohnes gelesen, welches mir gut gefallen hatte. Deshalb stand "Fireman" auf meiner WuLi. Doch die wenig erbaulichen Meinungen haben dies geändert. Die von dir angesprochenen Punkte stören mich einfach und deshalb werde ich das Buch nicht lesen.

    Danke für deine Meinung und liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,

      ja, das kann ich absolut nachvollziehen. Auch das, was du über die letzten Bücher aus der Feder von King schreibst, denn da habe ich mich auch mit dem ein oder anderen schwer getan.

      Fireman war mein erstes Buch von Joe Hill, wobei ich es nicht schlecht fand, man es aber locker um 300 Seiten kürzer halten könnte, ohne die Handlung zu zerstören. Gelangweilt habe ich mich hier zwar nicht, aber das liegt wohl auch wirklich an dem sehr guten Schreibstil.

      Liebe Grüße
      Silke

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  3. Hallo Silke,

    schön, dass du mit dem Buch mehr anfangen konntest als ich. Ich war eher enttäuscht, weil ich mir ein pandemisches Szenario und Endzeit-Spektakel erwartet hatte. Daran ist es nicht rangekommen. Aber es stimmt schon, schlecht war es nicht, nur nicht so wie erwartet/erhofft.

    Und vom Fireman hat man ja nicht viel mitbekommen. :-I

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      ich glaube, ich war so was wie vorgewarnt, weil ich einige eher negative Meinungen im Vorfeld gelesen habe. Da waren meine Erwartungen auch recht gering. 😉 Aber zu lang war es mir auch und die gesamte Szenerie rund um die Pandemie und der Fireman fehlten mir ebenso. Aber vielleicht war es ja positiv, da weniger Erwartungen zu haben. ^^

      Liebe Grüße
      Silke

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  4. Oh...du hast das Buch ja ebenfalls gelesen, Silke.
    Ich habe es zusammen mit Nicole und weiteren in einer Runde gelesen und gerade anfänglich waren wir sehr angetan. Doch dann kam die Ernüchterung und unterm Strich konnte das Buch nicht 100pro überzeugen.
    Sei mir ganz lieb gegrüßt, Hibi

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    1. Huhu liebe Hibi,

      das stimmt, der Anfang war richtig gut und auch das was ich eigentlich erwartet hätte. Ich habe aber vorher einiges gehört, so dass ich mit wenig Ansprüche ans Lesen ging. 😁😊

      Liebe Grüße
      Silke

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    2. Huhu liebe Hibi,

      das stimmt, der Anfang war richtig gut und auch das was ich eigentlich erwartet hätte. Ich habe aber vorher einiges gehört, so dass ich mit wenig Ansprüche ans Lesen ging. 😁😊

      Liebe Grüße
      Silke

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