Donnerstag, 2. November 2017

Düster und grausam [Rezension] Ödland - Erstes Buch Der Keller von Christoph Zachariae

Ganz herzlichen Dank an den Autor Christoph Zachariae für sein Vertrauen und die Bereitstellung seines Buches Ödland zur Rezension.

Infos zum Buch:

AutorIn: Christoph Zachariae
Titel: Ödland - Erstes Buch Der Keller
Format: Taschenbuch
Genre: Dystopie
Umfang: 240 Seiten
Verlag: LUCID DREAMS
Erscheinungstermin: 17. Juli 2015
Preis Buch: 9,99 €
Preis ebook: 2,99 €
ISBN-10: 300050110X
ISBN-13: 978-3000501104

Empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahren

Näheres zum Buch:


*Lucid Dreams*
*amazon*


Die Welt vierzig Jahre in der Zukunft, unsere Zivilisation, wie sie eins existierte, gibt es heute nicht mehr. Menschen, die den damaligen Zusammenbruch überlebt haben, haben sich zu Enklaven zusammengeschlossen und leben versteckt, teils in Kellern, Bergwerken und in allem, was ein wenig Sicherheit verspricht. Bewaffnete Söldnergruppen streifen durchs Land und greifen die versteckt lebenden Menschen an, um diese um ihre Vorräte zu bringen. Einer von ihnen ist Hagen, der mit seinen Männern eine Enklave in einer Stadt angreift. Hier trifft er auf Mega, ein neunzehnjähriges Mädchen, das ihm sehr bekannt vorkommt. Diese neunzehnjährige wuchs in einem Keller einer Universität zwischen Wissenschaftler und Sicherheitsleuten auf und wurde einst ausgeschickt, um in einer Siedlung ein Ersatzteil zu holen. Doch was macht Mega in der Enklave? Und warum kommt sie Hagen bekannt vor?


Allein schon anhand des Covers sieht man, wie die Welt einst aussehen könnte und die Vision einer hoffentlich nie eintreffenden Zukunft, die Christoph Zachariae entwirft, ist erschreckend, schrecklich, brutal und grausam. Der Einstieg in diese Dystopie gelang mir sehr gut, denn der Autor konnte mich mit seinem Schreibstil fesseln und unterhalten, er bleibt sprachlich gut verständlich und schnörkellos. 
Das Worldbuilding an für sich konnte ich mir gut vorstellen, allerdings hätte es mich brennend interessiert, warum es zum Verfall der Zivilisation kam und warum manch technisches Gerät, wie z. B. Autos, nicht mehr so funktionieren. Vom Hintergrund erfährt man also noch gar nicht so viel, wobei ich denke, dass da in folgenden Bänden noch die Auflösung zu folgt. Ein paar Andeutungen gibt es durchaus, aber ich bin durchaus gespannt auf das Gesamtbild. 
Die Welt ist einfach dunkel, düster, schmutzig und knallhart und genau so stellt der Autor diese hier dar. Dabei kommt es auch durchaus zu gewalttätigen Szenen, die ich aber für glaubwürdig halte, wenn ich mir die Welt, in der die Geschichte spielt, ansehe. Der Kampf ums Überleben ist hier groß geschrieben und wie die Menschen miteinander umgehen eigentlich wenig überraschend, denn Menschen sind nunmal zum großen Teil grausam. Wer allerdings Gewalt und Blut in einem Buch nicht mag, sollte ein wenig Abstand zur Geschichte nehmen, denn der Autor nimmt in dieser Hinsicht kaum ein Blatt vor den Mund. Ein paar Dinge, wie z. B. die Herkunft des Rades, mit dem sich Mega auf den Weg macht, hätten mich noch brennend interessiert, ich lass es aber hier einfach mal als schriftstellerische Freitheit so stehen, da es jetzt zur Handlung nicht unbedingt bedeutend ist.
Recht spannend gehalten ist das ganze auch, vor allem der Erzählstrang rund um Hagen und seine kampfstarke Söldnergruppe. Auf der einen Seite ist dies absolut der blutige Part der Geschichte, welcher aber auch für Spannung und Tempo sorgt. Der zweite Erzählstrang. Der zweite Strang rund um Mega und ihr Aufwachsen im Keller ist relativ ruhig gehalten. Allerdings bleibt hier eine große Frage offen, nämlich die nach der Herkunft Megas, die hier so einige Rätsel aufgibt. Aber auch da bekommen wir noch keine Lösung - wie gesagt, es ist der Einstieg in eine Reihe und der Autor hält sich da so einige Hintertürchen offen, um den Leser auf den Fortgang neugierig zu halten.
Durch einen Erzähler in der dritten Person lässt uns Christoph Zachariae dem Geschehen beiwohnen. Wir können hier sehr gut beobachten, aber auch rätseln, denn es bleibt einfach noch sehr viel ungeklärt. Wir bekommen nur so viel Einblick in die Handlung, wie auch das aktuelle Geschehen gerade bietet. Es macht neugierig und hält den Lesefluss aufrecht.
Die Charaktere, bzw. die Hauptcharaktere der Geschichte sind das Mädchen Mega und der Söldner Hager. Hagen als Protagonist anzusehen, ließe diesen wohl in zu positiven Licht stehen, denn Hagen ist kalt, skrupellos und knallhart, aber durchaus vorstellbar und glaubhaft. Wenn es um das reine Überleben geht, so sind die Handlungen von Hagen und seinem Trupp leider vorstellbar. Er ist aber hier auch eindeutig der Kopf der Bande, dem ich noch so einiges zutraue. 
Mega - auch wenn ich viel darüber erfuhr, wie sie in dem Keller aufwächst, so bleibt sie doch eine Art Phantom, sie gibt in jeder Hinsicht Rätsel auf, sei es ihre Herkunft oder darüber, wie sie in diese Siedlung kommt, die von Hagen und seinen Männern überfallen wird. Auch wohin sie plötzlich verschwindet, bleibt noch ungeklärt. Ich bin mir einfach nicht sicher, was ich von ihr halten soll, ist sie die Retterin in dieser düsteren Zukunft?
Neben diesen beiden Charakteren gibt es noch eine Anzahl Nebencharaktere, wie z. B. der Professor, der den Untergang der Zivilisation schon vorhersagte und in dessen Keller Mega aufwächst. Allerdings bleiben die Nebencharaktere blass, was aber wohl auch genau so gewünscht zu sein scheint. 


Der Autor hält sich also in seiner Geschichte eine Menge Fragen offen und man merkt deutlich, dass dieser Band lediglich ein Einstieg in viel mehr ist. Die Geschichte ist kalt und grausam, einzig das Überleben zählt, dabei geht es mehr als nur einmal brutal zu und Christoph Zachariae ist da auch nicht zimperlich. Aber dies passt auch durchaus in das gesamte Worldbuilding. Mit seinem Schreibstil konnte der Autor mich fesseln, auch wenn ich den Erzählstrang rund um Hagen etwas spannender gehalten fand. Wer schonungslose Dystopien mag, sollte einmal in dieses Buch reinlesen. 

Kommentare:

  1. Hallo liebe Silke,
    erst gestern stand ich in der Bib und war krampfhaft auf der Suche nach einer Dystopie. Jetzt komme ich heute zu dir und zack... :D Deine Rezension finde ich sehr ansprechend, auch wenn sich meine Keine-neue-Reihe-Stimme zu Wort meldet. Ich behalte diese einfach mal im Auge und danke dir für den Buchtipp.
    Ein zauberhaftes Wochenende wünsche ich dir und deinen Lieben. <3
    Liebst, Hibi

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    1. Huhu Hibi,

      oh, in unserer Bibliothek würdest du gar keine Bücher finden, die nur halbwegs an eine Dystopie denken lassen würden. ^^ Das neueste Buch ist wohl der erste Teil von Outlander...

      Was diese Dystopie angeht, so ist es auf jeden Fall eine knallharte Welt, die ich durchaus für glaubhaft halte, auch sonst sehr spannend verpackt.

      Allerdings gibt es hier auf jeden Fall vier Teile zu. ;) Ich versteh dich aber, wenn du keine neue Reihe magst, ich habe auch viel zu viele angefangene Reihen.

      Liebe Grüße
      Silke

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  2. Hallo liebe Silke,

    ich glaube, dass ich dieses Buch auf dem SuB meines Kindles liegen habe. Nach deiner Rezension bin ich mir aber gar nicht mehr so sicher, ob es so gut ist für mein doch sehr zartbesaitetes Leseherz. *zweifel*
    Deine Rezension macht aber gleichzeitig auch total neugierig darauf...Ich werde einfach mal schauen und vielleicht einfach reinlesen. :D

    Liebe Grüße, Toni

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    1. Hallo liebe Toni,

      also es geht hier durchaus brutal zu zwischendurch, aber das macht diese zerstörte Welt glaubhaft.

      Aber es freut mich, wenn ich neugierig machen kann und wenn es schon auf dem Kindle ist, kannst du ja mal ein Auge reinwerfen. ;)

      Liebe Grüße
      Silke

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