Dienstag, 17. Oktober 2017

Grandios [Rezension] Scythe Die Hüter des Todes von Neal Shusterman

Das ewige Leben - eine schöne Vorstellung? Ein Ziel, das es zu erreichen gilt? Oder vielleicht doch nicht?

Infos zum Buch:

AutorIn: Neal Shusterman
Titel: Scythe Die Hüter des Todes
Originaltitel: Scythe - Arc of a Scythe 
ÜbersetzerIn: Pauline Kurbasik, Kristian Lutze
Format: Hardcover
Genre: Science Fiction/Fantasy
Altersempfehlung: ab 14 Jahre
Umfang: 528 Seiten
Verlag: Fischer Sauerländer
Erscheinungstermin: 21. September 2017
Preis Buch: 19,99 €
Preis ebook: 14,99 €
ISBN-10: 3737355061
ISBN-13: 978-3737355063

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In einer fernen Zukunft hat die Menschheit es endlich geschafft, nämlich ihr Ziel des ewigen Lebens zu erreichen. Lediglich ein Feuer könnte den Menschen noch zu einem Verhängnis werden, doch dies geschieht kaum noch. Spürt man Wehwehchen des Alters, kann man sich auf ein jüngeres Alter resetten lassen, nur zum Teenager kann man nicht werden. Verletzungen werden durch im Körper eingepflanzte Naniten schnell behoben und man ist wie neu. Das einzige Problem der Welt? Die Überbevölkerung. Aus diesem Grund wurden die Scythe ins Leben gerufen, deren Beruf es ist, Personen nach einer bestimmten Auswahl nachzulesen und zu töten. Die beiden Teenager Citra und Rowan, beide sechzehn Jahre alt, werden von Scythe Faraday dazu berufen, bei ihm in die Lehre zu gehen und die Kunst des Tötens zu erlernen. Doch nur einer wird nach der Lehre zum Scythe berufen und seine erste Aufgabe wird es sein, seinen Gegner nachzulesen.



Wow, was für eine Geschichte und was für ein gelungener Einstieg in eine neue Trilogie. Gleich vorweg, Neal Shusterman hat hier etwas erschaffen, dass mich mit einer Mischung aus Faszination und Nachdenklichkeit zurückgelassen hat. Eine Geschichte, die durchaus erst einmal sacken muss. 
Der Beginn ist gleich sehr spannend und man begegnet schon im ersten Moment einem Scythe. Schon von diesem Moment an baut Shusterman eine ganz eigene Atmosphäre auf, die den Leser schnell gefangen nimmt. Dabei ist sein Schreibstil sehr flüssig, sehr fesselnd und doch auch der Stimmung des Buches angepasst. Denn hier gibt es einen gewissen Aspekt zu beachten: auf den ersten Blick klingt das ewige Leben doch perfekt, kein Krieg, kein Leid, kein Hungern. Allerdings fängt Shusterman hier sehr gekonnt die Kehrseite des Ganzen auf, denn es entsteht nicht nur der Zwang, dass es Menschen gibt, die andere Menschen töten müssen, damit die Erde nicht noch mehr überbevölkert wird, sondern auch ein wenig die Frage nach dem Sinn des Lebens. Menschen gehen zwar noch Berufen nach, aber wirklich etwas Neues gibt es nicht mehr zu erforschen. Im Großen und Ganzen herrscht eine Leere, man lebt halt so vor sich hin, aber Gefühle kommen gar nicht mehr richtig zu Stande. Genau diesen Aspekt bringt Shusterman allein in seiner Sprache so gekonnt rüber, dass ich schon nach den ersten Seiten einen Moment innehalten musste. 
Die Spannung der Geschichte steigert sich zunächst recht langsam, jedoch kontinuierlich. Als Leser hat man hier gute Gelegenheit, erst einmal die Welt zu erforschen, sich auf das Geschehen einzulassen und die Handlungen der Scythe zu beobachten. Die Scythe sollen unabhängig vom Thunderhead, der großen künstlichen Intelligenz, die die Menschheit leitet, agieren. Sie sollen die Menschen auswählen, die nachgelesen werden sollen. Dabei sollen sie unparteiisch sein, nach gewissen moralischen Grundsätzen handeln und haben nur ein gewisses Maß, nachdem sie auswählen. Das macht sie allerdings zu einem gewissen Teil zu einer Art Übermensch und wohin das einzelne Personen führen kann, ist fast schon vorauszuahnen.
Aus wechselnden Perspektiven schildern hier die Teenager Citra und Rowan die Handlungen. Sie werden von Scythe Faraday als Lehrlinge berufen und eigentlich würden sie lieber verzichten, doch der Beruf des Scythe gewährt der eigenen Familie Immunität, sprich sie können nicht nachgelesen werden. Um die Familie zu retten, lässt man sich doch dann auf diesen makabren Beruf ein. 
Allein das sagt schon etwas über diese beiden Teenager aus, aber auch sonst sind sie hier sehr gut dargestellt. Auf der einen Seite ist Citra, die sich so schnell nicht einschüchtern lässt und auch, im gegebenen Fall, einem Scythe die Stirn bietet, wenn es um etwas geht, das ihr am Herzen liegt. Auf der anderen Seite steht Rowan, auf eine Art ist er Citra ähnlich, nämlich indem er sich für andere einsetzt. Doch eigentlich ist er der Typ, der nur ungern im Mittelpunkt steht und Aufmerksamkeit gerne von sich wegleitet. Die Entwicklung der Beiden zu beobachten, war hier sehr interessant, gerade ab einem bestimmten Punkt, über den ich leider nichts verraten kann, werden beide Charaktere immer intensiver und ich fand sie sehr gut ausgearbeitet.
Neben den Beiden gibt es noch ein paar weitere, sehr interessante Charaktere, wie z. B. Scythe Faraday, der mich mit seiner Art schon irgendwie beeindruckt hat und doch behielt ich Abstand zu ihm. Ein Charakter, auf den man sich nicht so leicht einlassen kann und der doch wirkt.
Was ich noch gut gelungen fand, waren die Einblicke in die Tagebücher der Scythe, die zwischen den Kapiteln eingeblendet werden. Diese geben noch einmal mehr einen Einblick in die Tätigkeit, aber auch in die Gefühlswelt der Scythe.



Ein Buch, bei dem ich gerade selbst den Eindruck habe, nicht genug darüber erzählt zu haben und doch möchte ich einfach auch nicht zu viel verraten. Ein absolut denkwürdiges und doch real wirkendes Zukunftsszenario wird hier vom Autor entwickelt. Doch ob ich in so einer Welt leben wollte? Schwer vorstellbar. Ein Buch, das ganz besonders durch die Atmosphäre und dem dazu passenden Schreibstil lebt und noch lange nachdenklich stimmt. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung und gebe eine Leseempfehlung!

Kommentare:

  1. Hallo liebe Silke ;-)
    Eine sehr ansprechende Rezension !
    Das Buch soll ja bei uns einziehen und dann bin ich sehr gespannt, wie die Geschichte auf mich/uns wirkt.
    Liebste Grüße, Hibi

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    1. Hallo liebe Hibi,

      dankeschön! <3

      Das Buch war wirklich richtig toll! Da wünsche ich dir jetzt schon ganz viel Spaß und Spannung beim Lesen. Die Umsetzung hat mir so gut gefallen und ich freu mich jetzt schon auf Band 2.

      Ich bin auf jeden Fall auf deine Meinung gespannt.

      Liebe Grüße
      Silke

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  2. Hallo Silke,

    Scythe ist einfach nur genial und der Schreibstil hat mich so gefesselt, das die Seiten nur so geflogen sind. Ich würde am liebsten sofort den zweiten Band lesen wollen ;)

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,

      ich stimme dir hier absolut zu! Aber für den zweiten Band müssen wir uns wohl noch bis 2018 gedulden. ^^ Aber ich würde auch schon jetzt gerne wissen, wie es weitergeht.

      Liebe Grüße
      Silke

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  3. Hallo Silke,
    leben wollen würde ich in dieser Welt auch nicht - daher würde ich auch gern noch mehr darüber erfahren, wie Menschen, die schon zwei oder drei Familien hatten, ihr Leben empfinden.
    Mir hat das Buch aber auch super gefallen.
    Viele Grüße
    Anja

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  4. Hallo Silke,

    wow, man merkt dir die Begeisterung für das Buch an und liest sie in jedem deiner Sätze :-) Das Buch ist auch frisch bei mir eingezogen und ich hoffe sehr, dass es mich genauso begeistert kann wie dich!

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Hallo Desiree,

      dann ist mir auf jeden Fall gelungen, was ich wollte, denn das Buch ist wirklich genial. :)

      Ich wünsche dir jetzt schon tolle Lesestunden mit den Scythe und bin neugierig, ob es dir auch so gut gefällt.

      Liebe Grüße
      Silke

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  5. hallo liebe Silke,

    deine Rezension macht wirklich unheimlich neugierig auf das Buch. Man merkt regelrecht, dass du ihm verfallen bist und es dir so gut gefallen hat. Da kann man eigentlich fast nicht anders als auch zuzugreifen. *g*
    Vielen Dank für die tolle Vorstellung.

    Liebe Grüße, Ruby

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    1. Hey Ruby,

      entschuldige, dass ich jetzt erst zurückschreibe. Irgendwie ist mir dein Kommentar völlig durchgegangen.

      Das Buch lohnt sich auf jeden Fall. Zumindest mal reinschnuppern ist nicht verkehrt. ;)

      Liebe Grüße
      Silke

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